Japan, Leitfaden zur Barrierefreiheit im Rollstuhl
Was in den Zügen, an den Tempeln und an der Kasse in Japan funktioniert.
Japan ist eines der einfacheren asiatischen Länder, um es im Rollstuhl zu bereisen. Shinkansen-Züge sind stufenlos, die U-Bahnen großer Städte haben Aufzüge in den Stationen, und barrierefreie Toiletten sind weit verbreitet. Der Haken sind die Nachweise: Der Behindertenausweis gilt für Einwohner, Besucher bringen daher Belege aus dem Heimatland und einen Reisepass mit.
Drei Dinge prägen jede Planung. Erstens trägt das nationale Bahnnetz (JR East, JR Central, JR West) Rollstuhlplätze in jedem Shinkansen-Zug und bietet an großen Bahnhöfen Hilfe beim Ein- und Aussteigen durch das Personal. Zweitens haben die meisten zentralen U-Bahn-Linien Aufzüge in jeder Station, auch wenn der Weg über den Aufzug nicht immer der direkteste ist. Drittens ist fast jedes nationale Museum für Inhaber des Ausweises und eine Begleitperson kostenlos, und ein Ausweis aus dem Heimatland des Besuchers wird in der Praxis häufig akzeptiert.
Beginnen Sie mit Tokio. Die U-Bahn ist wirklich stufenlos, die Flughafenanbindungen sind schnell und barrierefrei, und die Stadtteile Asakusa, Ueno, Shinjuku und Marunouchi sind flach. Von Tokio aus erreicht man Kyoto und Osaka in etwa 2,5 Stunden mit dem barrierefreien Tokaido-Shinkansen.
Das japanische System, shogai-sha techo und was Besucher mitbringen
Japans nationaler Behindertenausweis ist der shogai-sha techo, ausgestellt in drei Varianten: körperlich (shintai shogai-sha techo), geistig (ryoiku techo) und seelisch (seishin shogai-sha hoken fukushi techo). Ein vierter Ausweis gilt für Überlebende der Atombombenabwürfe. Der Ausweis ermöglicht kostenlosen oder ermäßigten Eintritt in den meisten nationalen Einrichtungen und vergünstigte Fahrpreise in vielen Verkehrsmitteln.
Kurzbesucher können den Ausweis nicht beantragen. Die meisten nationalen Museen akzeptieren am personenbesetzten Ticketschalter einen Behindertenausweis aus dem Heimatland zusammen mit einem Lichtbildausweis. Bringen Sie drei Dinge mit: einen nationalen Behindertenausweis oder Pass, ein aktuelles ärztliches Schreiben auf Briefpapier und Ihren Reisepass. Fragen Sie an der Kasse, nicht an einem Selbstbedienungsautomaten.
Bahn, Shinkansen, JR East und wie man Rollstuhlplätze bucht
Das Shinkansen-Hochgeschwindigkeitsnetz hat in jedem Zug eigens vorgesehene Rollstuhlplätze. Reservierungen erfolgen über das JR-Buchungssystem oder an jedem JR-Schalter, an größeren Bahnhöfen unterstützt das Personal beim Ein- und Aussteigen. Der barrierefreie Platz liegt bei den meisten neueren Wagen direkt neben einer stufenlos zugänglichen Toilette.
JR East deckt Tokio, Tohoku und die Strecken nördlich und östlich der Hauptstadt ab. Das Stationspersonal organisiert kostenlos das Boarding über eine Rampe, an vollständig besetzten Bahnhöfen ohne Mindestvorlauf, an kleineren Halten werden ein bis zwei Stunden Vorlauf empfohlen. Dasselbe Modell gilt bei JR Central (Tokio nach Osaka) und JR West (Osaka nach Hakata).
Städte, U-Bahn-Aufzüge, Niederflurbusse und barrierefreie Taxis
Die Netze von Tokyo Metro und Toei in Tokio haben in jeder Station Aufzüge, und Toei-Busse sind durchgehend Niederflur mit ausfahrbaren Rampen. Osaka und Nagoya folgen demselben Muster in ihren U-Bahn-Netzen. Kyotos eher buslastiges Netz ist lückenhafter, aber die U-Bahn der Stadt und die großen Tempelbezirke sind stufenlos.
Barrierefreie Taxis gibt es in jeder größeren Stadt, das Angebot ist im Vergleich zu Europa allerdings dünn. Bestellen Sie telefonisch beim Betreiber, am Vortag für Fahrten am Abend, am selben Tag für Fahrten tagsüber, und planen Sie zusätzliche Zeit ein. Größere Hotels rufen ein barrierefreies Taxi für Sie, einige Stadtportale führen Telefonlisten der Anbieter.
Wo man am besten beginnt
Tokio ist das richtige erste Ziel. Die U-Bahn ist stufenlos, die Flughäfen (Haneda und Narita) sind vollständig barrierefrei mit kostenloser PRM-Hilfe, und die Stadt hat das umfangreichste barrierefreie Hotelangebot in Japan. Von Tokio aus erreicht man Kyoto und Osaka problemlos als Tagesausflug oder Übernachtung mit dem Shinkansen.
Planen Sie drei bis fünf Tage in Tokio für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ein: den Ostgarten des Kaiserpalasts, die Museen im Ueno-Park, Senso-ji in Asakusa, Meiji Jingu in Harajuku und eine der beiden Aussichtsplattformen (Skytree oder Tokyo Tower). Rechnen Sie einen halben Tag für Shinjuku Gyoen ein, wenn das Wetter mitspielt.
So haben wir diese Seite geprüft
Zuletzt geprüft am .
Quellen:
- JNTO: Accessible travel in Japan (geprüft am )
- japan.travel (Japan National Tourism Organization, JNTO) (geprüft am )
- Tokyo Metropolitan Government: Tokyo Tourism (gotokyo.org) (geprüft am )
- Tokyo Metro (official) (geprüft am )
- Tokyo Metropolitan Bureau of Transportation (Toei, official) (geprüft am )
- JR East (East Japan Railway Company, official) (geprüft am )
- Kahaku: admission fees and disability discount (geprüft am )