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Berlin-Reiseführer zur Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer

Was in der U-Bahn, in Taxis, an den großen Sehenswürdigkeiten und im Badezimmer funktioniert.

Berlin ist eine der leichteren großen europäischen Hauptstädte, die du mit dem Rollstuhl bereisen kannst. Das Busnetz ist vollständig stufenlos, die Straßenbahnen sind fast durchgehend barrierefrei, der S-Bahn-Ring verbindet die meisten Orte, die Besucher sehen wollen, und die U-Bahn hat an etwa 85% der Stationen Aufzüge. Die Gehwege sind breit, die Bordsteine meist abgesenkt, und das Bundesgesetz zur Barrierefreiheit ist wirksamer als in vielen EU-Ländern.

Das Bild ist je nach Viertel unterschiedlich. Potsdamer Platz, das Regierungsviertel und der Tiergarten sind glatt und modern. In Mitte und auf der Museumsinsel gibt es noch Strecken mit Kopfsteinpflaster, die einen Elektrorollstuhl durchrütteln. Prenzlauer Berg, Friedrichshain und große Teile von Kreuzberg haben die historische Oberfläche behalten, das heißt kurze Kopfsteinpflasterabschnitte zwischen langen Asphaltabschnitten. Die Seite mit den wichtigen Informationen bewertet jeden Bezirk.

Drei Dinge prägen jeden Plan in Berlin. Erstens ist das Busnetz deine Standardwahl, 100% der BVG-Flotte sind Niederflurbusse mit ausklappbaren Rampen. Zweitens ist der S-Bahn-Ring das Rückgrat, das die meisten wichtigen Stadtteile stufenlos verbindet. Drittens gibt es barrierefreie Taxis über den Inklusionstaxi-Service von Taxi Berlin, du musst aber vorher buchen, für abends oft einen Tag im Voraus.

Unten findest du ein Themenverzeichnis aller Berlin-Seiten auf der Website, danach einen kurzen Plan für den Einstieg und eine Liste der geprüften Sehenswürdigkeiten und des Flughafens, die wir abdecken.

Themenverzeichnis für Berlin

Öffentlicher Nahverkehr: BVG-Busse, U-Bahn, Straßenbahnen und die Berliner S-Bahn, Linie für Linie. Enthält, welche Stationen Aufzüge haben, bei welchen du eine Rampe vom Personal brauchst, den Ausfall-Feed von brokenlifts.org und wie der VBB Bus & Rail Escort Service funktioniert.

Barrierefreie Taxis: die Disposition von Taxi Berlins Inklusionstaxi unter +49 30 20 20 20, die Fahrzeuge mit Seiten- und Heckrampe auf Abruf, Vorlaufzeiten für Abende und der Berliner Sonderfahrdienst (nur für Einwohner) zur Einordnung.

Barrierefreie Toiletten: wo du eine Wall City Toilet findest, auf welche Kaufhäuser und Museen du dich verlassen kannst, und das Eurokey-System für die verschlossenen barrierefreien Toiletten an S-Bahn- und U-Bahn-Stationen.

Verleih von Mobilitätshilfen: wo du einen manuellen Rollstuhl, einen Elektrorollstuhl oder einen Scooter mietest, Lieferung zum Flughafen und Hotel, Kautionen und was die einzelnen Anbieter auf Lager haben.

Ermäßigungen für Menschen mit Behinderung: ermäßigter Eintritt für schwerbehinderte Besucher mit kostenloser Begleitperson (Merkzeichen B) in den meisten staatlichen Museen, der Rabatt mit der Berlin Welcome Card und eine Vergleichstabelle nebeneinander, wer was an den großen Sehenswürdigkeiten gewährt.

Restaurants: wie du einen stufenlosen Eingang und eine barrierefreie Toilette findest, wobei das Zweite schwieriger ist, plus Viertel, die einfacher sind als andere, mit einer geprüften Liste, die laufend wächst.

Dinge, die du abseits der Museumsroute tun kannst: der Tiergarten, die Spree-Boote, barrierefreie Tagesausflüge nach Potsdam und Sachsenhausen und Stellen, an denen dich das Kopfsteinpflaster aufhält.

Wichtige Informationen: die Notrufnummern, Krankenhauskontakte, Notreparaturen für Ausrüstung, Oberflächenbewertung nach Bezirk, die Unterlagen, die du einpacken solltest, und die Checkliste vor der Reise.

FAQ: die Fragen, die am häufigsten auftauchen, alle mit belegten Antworten.

Wo du anfangen solltest

Wenn du drei Tage hast, nutze die Busse, den S-Bahn-Ring und die M-Straßenbahnen. Die Busse 100, 200 und 300 verbinden die Hauptsehenswürdigkeiten entlang Unter den Linden, dem Tiergarten und Potsdamer Platz, alle sind stufenlos mit ausklappbaren Rampen. Die S-Bahn-Ringbahn (S41/S42) fährt in 60 Minuten um die Innenstadt, mit Aufzügen oder stufenlosem Zugang an der großen Mehrheit ihrer 27 Stationen.

Die Straßenbahnen M4, M5, M6, M8 und M10 fahren rund um die Uhr mit Niederflurzügen der Reihe Flexity Berlin und verbinden die östlichen Bezirke, die die U-Bahn nicht erreicht. Die M10 ist besonders praktisch für die Anfahrt zum Mauerpark und zur Bernauer Straße. Die gesamte Straßenbahnflotte ist inzwischen niederflurig, die BVG-Seite zur Barrierefreiheit nennt Ausnahmen, wenn ältere Züge wegen Bauarbeiten eingesetzt werden.

Wähle ein Hotel in der Nähe von Potsdamer Platz, Mitte, Friedrichstraße oder Hauptbahnhof. Von diesen Standorten bist du mit einem stufenlosen Bus oder der S-Bahn in Reichweite des Reichstags, des Brandenburger Tors, der Museumsinsel, des Holocaust-Mahnmals und des Flusses. Vermeide Prenzlauer Berg als Ausgangspunkt, wenn du dich auf Kopfsteinpflaster einstellen musst, die Cafés sind gut, aber der Boden ist rau.

Buche eine barrierefreie Taxifahrt im Voraus für den wichtigsten Moment, meist den Flughafentransfer oder die späte Rückfahrt am Abend. Die Disposition des Inklusionstaxis von Taxi Berlin (+49 30 20 20 20) nimmt Anfragen mindestens ein bis zwei Stunden vorher an, in Stoßzeiten länger. Das Fahrzeug ist normalerweise ein Seiten- oder Heckrampe-Van, in den ein Rollstuhlnutzer plus bis zu drei Begleitpersonen passen.

Die meisten staatlichen Museen (die SMB-Gruppe umfasst Museumsinsel, Hamburger Bahnhof, Neue Nationalgalerie, Gemäldegalerie) lassen schwerbehinderte Besucher zu einem ermäßigten Preis hinein, eine medizinisch notwendige Begleitperson kommt mit dem Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen B kostenlos hinein, Besucher mit dem European Disability Card erhalten die gleiche Anerkennung. Bringe einen Lichtbildausweis plus Karte oder ein ärztliches Schreiben auf Briefpapier mit und zeige es am speziellen barrierefreien Eingang vor.

Wichtige Sehenswürdigkeiten im Detail

Reichstag (deutsches Parlament, Bundestag): im gesamten Gebäude stufenlos, einschließlich der Glaskuppel von Norman Foster, die einen separaten stufenlosen Aufzug zur Kuppelplattform und oben eine durchgehende Spirale mit Rampe hat. Eintritt frei. Melde dich mindestens drei Werktage vorher online an. Der spezielle barrierefreie Eingang ist auf der Westseite.

Brandenburger Tor und Pariser Platz: stufenlos, gepflasterter Platz, kein Eintrittspreis. Das Tor selbst ist ein offenes Denkmal, das Raum der Stille auf der Nordseite ist stufenlos erreichbar.

Museumsinsel: fünf staatliche Museen auf engem Raum. Nutze die moderne James-Simon-Galerie als zentralen Eingang, sie ist stufenlos und hat Aufzüge zu den Eingängen im Untergeschoss des Neuen Museums und des Pergamonmuseums. Das Pergamonmuseum ist wegen Sanierung bis 2027 teilweise geschlossen, das neu aufgebaute Pergamonmuseum Panorama und das Bode-Museum sind geöffnet.

Berliner Dom: stufenloser Eingang von der Südseite. Die Gruft und das Hauptschiff sind per Aufzug zugänglich, die Aussichtsplattform unter der Kuppel ist nur über Treppen erreichbar.

Holocaust-Mahnmal (Denkmal für die ermordeten Juden Europas): das Stelenfeld ist im Erdgeschoss stufenlos. Das unterirdische Informationszentrum hat einen stufenlosen Eingang von der südöstlichen Ecke mit einem Aufzug zur Ausstellungsebene.

Jüdisches Museum Berlin: im gesamten Daniel-Libeskind-Gebäude stufenlos, einschließlich Garten des Exils, der Leerräume und der Räume für Wechselausstellungen. Rollstühle kannst du an der Garderobe kostenlos ausleihen.

Humboldt Forum: auf allen vier Ausstellungsetagen stufenlos, einschließlich Ethnologisches Museum, Museum für Asiatische Kunst und Dachterrasse. Rollstühle kannst du am Eingang kostenlos ausleihen.

Schloss Charlottenburg und Gärten: im Neuen Flügel stufenlos, das historische Alte Schloss ist nur teilweise zugänglich. Die Staatsräume im Erdgeschoss sind stufenlos, das Obergeschoss erreichst du über Treppen. Die Gärten sind auf den Hauptwegen stufenlos, enthalten aber unbefestigte Wege.

Panoramapunkt am Potsdamer Platz: ein Hochgeschwindigkeitsaufzug zur Aussichtsplattform im 24. Stock, überall stufenlos. Eine der wenigen barrierefreien Aussichtsplattformen im Zentrum von Berlin.

Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz: nicht für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Evakuierungsrichtlinie des Betreibers schließt Rollstuhlfahrer von den Aufzügen zur oberen Aussichtsplattform aus. Nutze stattdessen den Panoramapunkt für eine barrierefreie Aussicht von oben.

Tagesausflüge: Potsdam (Schlosspark Sanssouci und Neues Palais) erreichst du mit der stufenlosen S7 in 40 Minuten, das Schlossnetz der SPSG ist bei den Hauptsälen gut zugänglich. Die Gedenkstätte Sachsenhausen erreichst du mit der stufenlosen S1 in einer Stunde vom Stadtzentrum aus, Hauptwege und Besucherzentrum sind stufenlos, einige historische Gebäude nicht.

Flughafen und Ankunft

Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist seit der Schließung von Tegel und Schoenefeld der einzige Verkehrsflughafen der Stadt, der alte Terminal SXF ist jetzt BER Terminal 5 (in der Nebensaison geschlossen). PRM-Hilfe ist nach EG-Verordnung 1107/2006 kostenlos, du buchst sie über deine Airline mindestens 48 Stunden vor Abflug, sie umfasst Terminaltransfers, das Einsteigen und das Gepäck.

Transfer vom BER ins Zentrum von Berlin: der Airport Express FEX (RE9) fährt in etwa 30 Minuten zum Berlin Hauptbahnhof, vollständig stufenlos mit Einstieg auf Bahnsteighöhe, auch S9 und S45 bedienen den Flughafen mit Aufzugzugang, oder du buchst vorab ein Inklusionstaxi über Taxi Berlin (etwa 60 EUR nach Mitte). Der Bahnsteig des Flughafens liegt direkt unter Terminal 1 und hat Aufzüge.

Sag deiner Airline bei der Buchung und noch einmal beim Check-in, dass du mit Rollstuhl reist. Die PRM-Treffpunkte am BER sind in jedem Terminal ausgeschildert, das Hilfspersonal trifft dich bei der Ankunft am Gate.

Wenn die U-Bahn nicht funktioniert

Etwa 85% der 175 U-Bahn-Stationen haben mindestens einen Aufzug, und das Ziel der BVG sind 100% bis 2030. Aber „hat einen Aufzug“ ist nicht dasselbe wie „funktioniert heute“. Aufzüge in Berlin fallen aus, und der Ausfall-Feed von brokenlifts.org ist die einzige realistische Möglichkeit, das vor der Abfahrt zu wissen. Plane für jede U-Bahn-Fahrt, die du nicht abbrechen kannst, eine alternative Busroute ein.

Neuere Fahrzeuge, die IK-Züge auf U1, U2, U3 und U4, und modernisierte Bahnsteige haben kleine Stufenlücken. Ältere Stationen auf U6, U7, U8 und U9 brauchen möglicherweise eine tragbare Rampe von einem Stationsmitarbeiter. Fordere sie über den BVG-Mobility-Service an oder nutze den Ruftaster am Bahnsteig. Manche Stationen haben nur auf einem Bahnsteig einen Aufzug.

Die Oberflächenbarrierefreiheit auf den Verbindungen zwischen U-Bahn-Stationen ist in Mitte (1.), Tiergarten, Friedrichshain-Zentrum, Charlottenburg und Potsdamer Platz ausgezeichnet, in Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Neukölln und den älteren Teilen von Schöneberg ungleichmäßiger. Die Seite mit den wichtigen Informationen bewertet jeden Bezirk von 30% bis 95% glatter Oberfläche.

Hotels und Barrierefreiheit

Die Hotelbarrierefreiheit in Berlin hängt vom Viertel, vom Alter des Gebäudes und von der Kette ab. Moderne Kettenbauten (Scandic, Steigenberger, Radisson, Mercure, Park Inn) sind meist am zuverlässigsten für stufenlosen Zugang und eine befahrbare Dusche. Das Scandic Berlin Potsdamer Platz ist der Maßstab der Stadt mit mehr als 60 barrierefreien Zimmern und einer eigenen Barrierefreiheitsmanagerin.

Ältere Gebäude in Mitte, Charlottenburg und Schöneberg haben oft kleine Aufzüge, schmale Türöffnungen und ein oder zwei Stufen am Eingang zur Straße. Gebäude aus der Gründerzeit haben häufig Aufzüge, die nur die oberen Stockwerke nachrüsten, sodass der Eingang im Erdgeschoss Stufen hat. Ferienwohnungen sind die riskanteste Kategorie, weil Eingang, Aufzuggröße und Badezimmer alle unterschiedlich sein können.

Wir prüfen die Hotelbarrierefreiheit selbst und verlassen uns nicht auf das Häkchen in der Buchungsplattform. Jede geprüfte Hotelseite nennt die Stufe am Eingang, die Aufzugsmaße, die Türbreiten, den Grundriss des Badezimmers und mindestens ein Foto des Badezimmers. Nutze den CTA des Hotel-Funnels auf dieser Seite, um geprüfte barrierefreie Hotels in Berlin zu filtern.

Unterlagen und Ermäßigungen

Bringe zu jedem Ort zwei Dinge mit, einen Lichtbildausweis und einen anerkannten Behindertenausweis oder ein aktuelles ärztliches Schreiben auf Briefpapier. Der deutsche Schwerbehindertenausweis ist nur für Einwohner gedacht, Besucher nutzen stattdessen die European Disability Card (EDC) oder einen gleichwertigen Ausweis aus ihrem Heimatland. Eine kurze deutsche Übersetzung des ärztlichen Schreibens hilft bei kleineren Orten, wird an den großen Sehenswürdigkeiten aber selten benötigt.

Die Seite zu den Ermäßigungen für Menschen mit Behinderung ist die einzige Gegenüberstellung für Orte in Berlin, sie zeigt den Standardpreis des Tickets, den Preis für Besucher mit Behinderung, den Preis für die Begleitperson und den Nachweis, der am Eingang verlangt wird. Die Übersicht umfasst die SMB-Museen, den Reichstag, den Berliner Dom, das Jüdische Museum, das Humboldt Forum und Schloss Charlottenburg.

Im öffentlichen Nahverkehr gibt es für Vollpreistickets und das Berlin-AB-Kurzstreckenticket für Besucher keinen automatischen Rabatt wegen einer Behinderung. Der bundesweite Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen aG, Bl oder H ermöglicht freie Fahrt, aber nur für Einwohner, die so einen Ausweis besitzen. Die Ausnahme ist der VBB Bus & Rail Escort Service, der für jeden Rollstuhlfahrer nach vorheriger Ankündigung kostenlos ist.

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